„Muss da ein Bild drauf?“ — diese Frage hören wir in unserem Büro in Stuhr fast jede Woche. Und meistens folgt gleich die nächste: „Ich hab nur ein Selfie, geht das?“ Wir sind Personaldienstleister und sichten selbst jede Woche Bewerbungen für Logistik, Produktion, Handwerk und Büro. Deshalb hier unsere ehrliche Antwort — inklusive der Stellen, an denen Rechtslage und Praxis auseinandergehen.

Die Rechtslage ist eindeutig: freiwillig

Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz — kurz AGG, in Kraft seit 2006 — darf kein Unternehmen in Deutschland ein Bewerbungsfoto verlangen. Das AGG ist das Gesetz, das Benachteiligung im Job verbietet, etwa wegen Herkunft, Alter, Geschlecht oder einer Behinderung. Ein Foto verrät genau solche Merkmale auf einen Blick — deshalb ist es ausdrücklich freiwillig.

Wer ohne Foto bewirbt, darf deswegen also nicht aussortiert werden. In der Theorie.

Die Praxis in Deutschland sieht anders aus

Wir wollen hier ehrlich sein statt korrekt klingen: In Umfragen unter Personalverantwortlichen wird dem Bewerbungsfoto durchgängig eine hohe Bedeutung zugeschrieben — die Karrierebibel kommt in ihrer Befragung auf 92 Prozent, die das Foto für wichtig halten, weil es den Unterlagen eine persönliche Note gebe.

Solche Zahlen aus Branchenumfragen sollte man nicht überstrapazieren. Aber unsere eigene Erfahrung deckt sich mit der Richtung: Im Mittelstand hier in der Region — und dazu gehören die allermeisten unserer Kundenbetriebe zwischen Bremen, Stuhr und Hannover — ist das Foto weiterhin der Normalfall. Anders sieht es bei Behörden, Hochschulen und in Teilen der Tech-Branche aus; dort wird zunehmend anonymisiert ausgewählt.

Der wichtigste Satz dieses Beitrags

Ein gutes Foto hilft. Ein schlechtes schadet mehr, als gar keins zu haben.

Das ist die Erkenntnis, die uns aus der täglichen Sichtung geblieben ist. Wer kein professionelles Foto hat, verliert selten. Wer ein schlechtes einbaut, verliert oft — weil es unbewusst als Signal für „hat sich keine Mühe gegeben“ gelesen wird, auch wenn das gar nicht stimmt.

Diese Fotos kosten die Einladung

  • Das Selfie — im Auto, vorm Badezimmerspiegel, mit ausgestrecktem Arm. Erkennt man immer.
  • Das Passbild vom Automaten — das ist ein Ausweisfoto. Neutraler Blick, harte Ausleuchtung, kein Lächeln. Es soll dich identifizieren, nicht sympathisch machen.
  • Das zugeschnittene Freizeitfoto — man sieht die fremde Schulter am Bildrand, den Sonnenbrand, den Partyhintergrund.
  • Das alte Foto — älter als etwa zwei Jahre wird kritisch. Du sollst am Gesprächstag wiedererkennbar sein.
  • Das offensichtlich KI-erzeugte oder stark retuschierte Bild — das fällt inzwischen auf und wirkt unehrlich.

So sieht ein Foto aus, das funktioniert

Unser Tipp aus der Praxis: Du brauchst kein teures Studio. Ein Fotograf kostet je nach Anbieter grob 40 bis 150 Euro und ist das Geld meistens wert — aber ein ordentliches Handyfoto schlägt ein schlechtes Studiofoto allemal. Worauf es ankommt:

  • Hintergrund: neutral und hell. Eine weiße oder hellgraue Wand reicht völlig.
  • Licht: Tageslicht von vorne, zum Beispiel am Fenster. Nie mit dem Fenster im Rücken.
  • Kleidung: so, wie du beim Vorstellungsgespräch aussehen würdest. Im gewerblichen Bereich reicht ein sauberes Hemd oder Polo — Anzug wirkt bei einer Lagerbewerbung eher verkleidet als seriös.
  • Ausdruck: freundlich, direkt in die Kamera, ruhig ein Lächeln.
  • Ausschnitt: Kopf und Schultern, etwa im Format 6 × 4 cm oder quadratisch.

Und wenn ich gerade keins habe?

Dann bewirb dich trotzdem. Wir sehen jede Woche Menschen, die eine Bewerbung wochenlang liegen lassen, weil noch das Foto fehlt — und bis dahin ist die Stelle weg. Ein fehlendes Foto kostet dich selten die Chance. Eine nie abgeschickte Bewerbung immer.

Häufige Fragen

Darf ein Betrieb im Inserat ausdrücklich ein Foto verlangen?

Verlangen im Sinne einer Bedingung darf er es nicht. Praktisch findet man solche Formulierungen trotzdem — wer sich dort bewirbt, legt in der Regel eines bei.

Gehört das Foto ins Anschreiben oder in den Lebenslauf?

Üblich ist oben rechts im Lebenslauf oder auf einem Deckblatt. Beides ist richtig, doppelt braucht es das Foto nicht.

Wie ist das bei einer Online-Bewerbung über ein Portal?

Da entscheidet oft das Formular. Ist kein Feld dafür vorgesehen, lass es weg — im PDF-Lebenslauf darf es trotzdem stehen.

Unser Fazit

Rechtlich brauchst du kein Bewerbungsfoto. Praktisch ist es in unserer Region weiterhin die Erwartung — und ein gutes ist schnell gemacht. Investier lieber zwanzig Minuten in ein sauberes Foto am Fenster als drei Wochen ins Aufschieben. Und wenn du unsicher bist, ob dein Foto passt: Frag jemanden, der dich nicht mag. Der sagt dir die Wahrheit.

Quellen


Hinweis zur Transparenz: Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Inhalte können Fehler enthalten — für wichtige Entscheidungen bitte die verlinkten Originalquellen heranziehen.

author avatar
MN-Personalservice KI Assistent