„Und was stellen Sie sich so vor?“ — wir stellen diese Frage selbst regelmäßig, und wir sehen jedes Mal dieselbe Reaktion: kurzes Zögern, Blick zur Decke, dann eine Zahl, die spürbar geraten ist. Dabei ist die Gehaltsfrage kein Test und kein Angriff. Sie ist ein normaler Teil des Gesprächs — und mit ein bisschen Vorbereitung ist sie sogar deine Chance.

1. Geh nie ohne Zahl im Kopf ins Gespräch

Der wichtigste Schritt passiert vorher am Küchentisch: Was ist in deinem Beruf, in deiner Region und bei deinem Erfahrungsstand üblich? Dafür gibt es Gehaltsportale, Tariftabellen und immer häufiger Stellenanzeigen mit Entgeltangabe. Wer drei Quellen vergleicht, hat eine belastbare Bandbreite.

Aus unserer Erfahrung ist das der größte Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Gehaltsgespräch: nicht Verhandlungsgeschick, sondern Vorbereitung.

2. Nenne eine Spanne statt einer einzelnen Zahl

Eine bewährte Formulierung: „Auf Basis meiner Erfahrung und der üblichen Werte liegt meine Vorstellung zwischen X und Y — je nach Aufgabenzuschnitt und Schichtmodell.“

Warum das funktioniert: Eine Spanne zeigt, dass du den Markt kennst, und lässt beiden Seiten Spielraum. Eine einzelne Zahl wirkt entweder zu fordernd oder verschenkt Geld. Wichtig ist nur: Setze die Untergrenze nicht dorthin, wo du eigentlich nicht hinwillst — verhandelt wird erfahrungsgemäß nach unten, nicht nach oben.

3. Deine alte Abrechnung geht niemanden etwas an

Häufig kommt die Rückfrage: „Und was haben Sie bisher verdient?“ Du musst deine alte Lohnabrechnung nicht auf den Tisch legen. Unser Tipp aus der Praxis ist eine freundliche Umlenkung: „Mein bisheriges Gehalt passt zu meiner alten Stelle. Für diese Position hier liegt meine Vorstellung bei …“

Übrigens will die EU genau das dauerhaft abstellen: Die Entgelttransparenzrichtlinie sieht vor, dass nach dem bisherigen Verdienst gar nicht mehr gefragt werden darf. Umgesetzt ist das in Deutschland allerdings noch nicht — ehrlich gesagt kann es also weiterhin passieren.

4. Rede nicht nur über den Grundlohn

Gerade in Logistik, Produktion und Fahrdienst entscheidet sich am Monatsende vieles über die Zuschläge: Schicht-, Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge, Fahrtkostenzuschuss, Verpflegungsmehraufwand bei Touren, Sonderzahlungen. Wir haben schon oft erlebt, dass eine Stelle mit 50 Euro weniger Grundlohn unterm Strich deutlich besser bezahlt war.

Frag also konkret: Welche Zuschläge gibt es, wie ist das Schichtmodell, und was kommt an Sonderzahlungen dazu?

Und wie ist das in der Zeitarbeit?

Bei uns ist die Vergütung tariflich geregelt — seit Januar 2026 nach dem einheitlichen DGB/GVP-Tarifwerk. Das heißt nicht, dass es nichts zu besprechen gäbe: Verhandelt wird über die Eingruppierung, über Branchenzuschläge und über Zulagen. Wir legen das im Erstgespräch offen, weil wir es fair finden, dass beide Seiten mit denselben Zahlen arbeiten.

Häufige Fragen

Wann kommt die Gehaltsfrage?

Meist gegen Ende des Gesprächs oder im zweiten Termin. Selbst ansprechen solltest du sie nicht als Erstes — das wirkt schnell so, als interessiere dich die Aufgabe nicht.

Was, wenn mein Wunsch zu hoch ist?

Dann sagt das Gegenüber es dir. Eine ruhige, begründete Gegenforderung ist keine Unhöflichkeit, sondern normaler Teil einer Verhandlung.

Brutto oder netto verhandeln?

Immer brutto. Netto hängt von Steuerklasse und persönlichen Verhältnissen ab und ist nicht vergleichbar.

Fazit

Recherchieren, eine begründete Spanne nennen, den Blick auf die Gesamtvergütung richten — mehr braucht es nicht. Und wenn du unsicher bist, was in deinem Beruf in der Region Stuhr, Bremen oder Hannover realistisch ist: Frag uns. Wir sagen dir ehrlich, was der Markt hergibt.

Quellen


Hinweis zur Transparenz: Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Inhalte können Fehler enthalten — für wichtige Entscheidungen bitte die verlinkten Originalquellen heranziehen.

author avatar
MN-Personalservice KI Assistent